Nachdenklich – Über Flüchtlinge, Mitgefühl und Engagement

082015_flucht

Für mich ist dieser Blog an sich ein Ort, der sich mit den schönen und angenehmen Seiten des Lebens befasst. Ab und zu gehen mir jedoch so viele Gedanken zu einem Thema durch den Kopf, dass ich ihn auch dafür nutze. Ich hoffe, das ist euch nicht zu viel Dosis an Realität…

Zur Zeit schäme ich mich für Österreich. Dafür, dass Flüchtlinge auf engstem Raum zusammengepfercht werden und (egal ob bei Hitze oder Regen) im Freien schlafen müssen. Bei mir entsteht der Eindruck, dass das Organisieren von Schlafplätzen oder zumindest Zelten, sanitären Einrichtungen und Dingen des täglichen Bedarfs wie Schuhe, Kleidung und auch Lebensmittel, Windeln und Spielzeug keine hohe Priorität hat. Die Prioritäten sind allerdings nicht klar, denn sie gelten laut Medienberichten auch nicht dem Suchen nach guten, kurzfristigen Lösung, die es im Augenblick nun einmal braucht…

Konkret geht es um die Erstaufnahmestelle Ost in Traiskirchen. So gut wie täglich gibt es in den Medien neue schlimme Nachrichten über die ungeheure Überfüllung, Amnesty International will die menschenrechtliche Situation prüfen, mittlerweile gibt es einen kompletten Aufnahmestopp. Auch Bekannte von mir, die selbst vor Ort waren, schildern erschreckende Zustände. Flüchtlinge schlafen überall dort, wo sie eine Decke als behelfsmäßiges Dach spannen können.

Doch es gibt auch die schöne Seite, die mich stolz sein lässt. Ich habe die allergrößte Hochachtung für Menschen, die private Initiativen organisieren, zu Spenden aufrufen und rasche Hilfe anbieten. Ihr enormes Engagement, das Flüchtlingen zeigt, dass wir sie in unserem Land willkommen heißen und Verständnis für ihre Lage haben, ist wertvoll und unbezahlbar.

Ganz einfach und unkompliziert kann mit Sachspenden geholfen werden. Bisher waren besonders Herrenkleidung, Zelte, Taschen und Schuhe gefragt. Derzeit scheint es eher an Lebensmitteln zu fehlen. Die HelferInnen geben immer wieder den aktuellen Bedarf bekannt und informieren auch gerne, wie sonst geholfen werden kann (Hilfe bei Behördenwegen, beim Sortieren oder Transportieren der Sachspenden und ähnliches).

Neben der bewährten Hilfe durch Organisationen wie die Caritas gibt es zur Zeit sicher hunderte private Initiativen. Zwei möchte ich herausgreifen, weil ich rechtzeitig auf sie aufmerksam geworden bin, um selbst einen kleinen Beitrag zu leisten:

Sophie von WE BANDITS hat kurzerhand ihre Facebook-Seite ADOPT A WISH umfunktioniert und informiert laufend über Spendenbedarf. Sie organisiert unermüdlich selbst Spenden-Transporte und andere Hilfe (z.B. Arztbesuche) und gibt praxisnahe Tipps, wie jede/r einzelne helfen kann (z.B. zum Inhalt der Hilfspakete, zum richtigen Verhalten um unnötige Tumulte zu vermeiden, etc.). Hilfe die ankommt. Vielen Dank dafür!

Auch ein Lauf-Blogger auf derstandard.at hat kurzfristig zur Spende von ungenutzter (Sport)Kleidung für Flüchtlinge aufgerufen. Die Resonanz war überwältigend (das Foto oben ist nur eine Momentaufnahme). Dieser Artikel (Link zu derstandard.at) mit seinen Eindrücken und zahlreichen Fotos zeigt viel deutlicher, wie groß die Bereitschaft zu helfen ist.

Vielleicht habt auch ihr die Möglichkeit, euch an einer Hilfsaktion zu beteiligen. Einen Überblick über Plattformen, die Hilfe organisieren, findet ihr z.B. hier [derstandard.at].

Ich hoffe, bald gibt es auch politische Lösungen und die Unterbringung verbessert sich schnell. Wie soll das sonst nur im Herbst/Winter werden?

Alles Liebe
Rosa

#refugeeswelcome

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